Iaidokai

IAIDOKAI Offenburg


Schmiedekunst


Die Tradition

Über einen Zeitraum von vielen Jahrhunder-
ten hat sich die japanische Schwertschmiede-
kunst als Folge der Verwendung des Schwer-
tes als Waffe entwickelt. Als Waffe mußte das
Schwert wirksam, zuverlässig und handlich
sein. Die hauptsächliche technologische An-
forderung an den japanischen Schwertschmied
war das Entwickeln eines Verfahrens mit dem
die beiden gegensätzlichen Eigenschaften des
Stahls - Härte und Schmiedefähigkeit - in ei-
ner einzigen Klinge miteinander vereint werden konnten. Harter Stahl ist aber spröde, er kann
unter dem Einfluß eines fest ausgeführten
Schwerthiebs brechen. Die Schmiede lernten, dass die Lösung des Problems im Einlegen ei-
nes weichen Kerns (aus Stahl mit geringem Kohlenstoffgehalt) in einen Mantel aus har-
tem Stahl (mit hohem Kohlenstoffgehalt) lag.
Die Schneide wurde zusätzlich gehärtet.

Yoshindo Yoshihara

»Yaki-ire« - der beinahe mystische
Vorgang der Klingenhärtung

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Waffe oder Kunstobjekt?

Praktisch alles, was wir heutzutage unter
Schwertschmiedekunst verstehen, stammt
von dieser grundsätzlichen Technik ab. Es gibt
Klingen, die ganz bewußt als Schmuckstücke
gefertigt worden sind. So dient an diesen Klin-
gen das Härtemuster der Schneide (»hamon«)
nur ästhetischen Zwecken. Trotzdem zeigt
diese Linie aber auch, dass der Schmied den Stahl tatsächlich gehärtet hat und sie läßt die phantastische Schärfe der Klinge erahnen.
Auch andere schmückende Attribute der Klin-
ge wie beispielsweise ihre Farbe, ihre Struk-
tur und das Schweißmuster der Metallpartikel geben Hinweise auf das Können des Schmie-
des. In den alten Zeiten war ein gutes Aus-sehen der Klinge wichtig, denn eine Klinge
konnte oft erst dann richtig erprobt werden,
wenn das Leben ihres Trägers davon abhing.